Wie erklär ich’s meinem Kind?

Ich denke, dass viele von euch sich manchmal darüber Gedanken machen, wie erkläre ich’s meinem Kind: Was passiert da grade?

Unser Innenminister beschreibt die Migration als die Mutter aller Probleme und verschließt die Augen vor der wahren Gefahr des Rassismus, der Angstmacherei,  – soll ich jetzt sagen, dass dieser der Vater aller Probleme ist? Nein. Denn allein die Kategorisierung von Problemen, die Personifizierung eines nahen Familienangehörigen, einer Person, die sie liebt und achtet. Das kann ich nicht.

Unsere Kanzlerin, die sich selbst gerne als familiennah beschreibt, die liebevolle Mutti. Alles nur Farce, eine aufgesetzte Maske, denn eigentlich ist doch klar, was ihr wirklich am Herzen liegt. Der Wohlstand. Und nur eine starke Wirtschaft kann unseren Wohlstand garantieren. Sie erhofft sich ein zukunftsfähiges Deutschland und bleibt dennoch still, wenn es wirklich um unsere Zukunft geht, um die unserer Kinder, um die unserer Umwelt und Natur.

Polizisten möchten wir unseren Kindern gerne als Freunde und Helfer nennen. Doch die Polizei ist schon lange nicht mehr unser Freund, waren sie nie. Sie sind ein verkümmertes Organ, um die Gewalt des Staates – mehr noch die der Wirtschaft,  durchzuführen. Nichts daran erscheint mir in diesem Moment mehr menschlich. Mit härtesten Mitteln gehen sie gegen Menschen vor, die für mehr Menschlichkeit protestieren, auf die Straße gehen und dafür eintreten was auch Robin Hood gutgeheißen hätte. Was jetzt, Freund oder Feind? Sie schützen uns nicht mehr, sie bekämpfen uns.

Es zog eine Partei ein in den Bundestag ein, die immer gefährlicher wird und mit einem schmierigen schiefen Lächeln das weinende Opfer mimt. Welche die Fähigkeit besitzt durch einfachste Wortspiele unsere Sprache und Deutungsweisen zu verschieben, die so unser Denken ändert und unser tiefstes Gefühl. Niemals hätte ich gedacht, dass wir so weit kommen würden.

Ob wir eines Tages unseren Enkelkindern die Frage beantworten müssen: Warum habt ihr nichts getan? Wir propagieren einen Hashtag, der unsere Mehrheit unterstreicht, doch sind wir wirklich mehr? Denn die Mehrheit, die wir nicht sind, bleibt bei der nächsten Wahl wieder zuhause auf der Couch sitzen – anstatt aufzustehen.

Und ich habe auch nicht vergessen, dass ein besonders unverschämter Mann der Politik sich über Menschen lustig machte, welche gezwungen sind unter dem Existenzminimum zu leben, der selbst aber damit nicht leben könnte. Nein, verhungern würde er nicht. Jedoch gibt es mehr Repressalien als er sich je vorstellen könnte.

Wir sind umgeben von Politikern, die sich im Scheinwerferlicht räkeln, ihre fetten Wänste streicheln, auf ihren Schultern sitzen Lobbyisten und flüstern Botschaften in ihre Ohren. Marionetten tanzen. Das Publikum bekämpft sich gegenseitig, hasst sich –  anstatt hinzusehen.

Zahlen werden beschönigt und zurecht gedreht. Kinderarmut, Bildungsungleichheit, arm und reich. Hass und Angst. Alles hier, direkt vor unserer Haustür.

 

Wie erklär ich’s meinem Kind? Wir sprechen über Videos und Informationen.

Und wir lesen Geschichten, von kleinen Anarchisten.

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Interview und Murmelträume

Die Idee nimmt langsam Gestalt an und ich muss an früher denken, als ich selbst noch ein kleines Mädchen war.

Ich würde euch gerne einladen eine kleine Reise zu machen: war es nicht so, dass wir alle gerne mit unseren tragbaren Kassettenrekordern spielten? Und war das wichtigste dabei nicht auch immer das Mikrofon? Ja, die Aufnahmen waren nicht die Besten, aber trotzdem hatten wir so viele Pläne damit. Den Großen ein Tape aufnehmen, mit selbst gesungenen Liedern wäre ein schönes Geschenk, so dachten wir.

Man ging in der Nachbarschaft spazieren, spielte die rasende Reporterin oder einen verwegenen Detektiv auf Spurensuche. Und ja, es war sicher nicht einfach die lieblichen Stimmen der Kinderlein zu ertragen.

Eine dieser Aufnahmen blieb mir noch lange in Erinnerung.

Mama in der Küche hatte keine Zeit, auch die Nachbarn waren nicht interessiert oder auch genervt – man schickte mich also immer fort. Die anderen Kinder spielten mit ihren Murmeln auf einem großen Haufen Erde im Vorgarten, in den sie mit ihren Fingern Kuhlen als Straßen gezogen hatten. Und schon war das Thema gefunden.

Natürlich würde davon bis ins kleinste Detail berichtet, wie die Straßenzüge entstehen, wie Unfälle der kullernden Glassteinen verhindert werden konnten, wie man Brücken baute, wer am schnellsten war.

Wir waren nur Kinder und doch so viel mehr.

Ja, es war eine schöne Zeit, wir waren viel draußen, die Sonne schien und es war einer dieser Sommer, die nie enden sollten.

Jedoch, höre ich mir heute diese Aufnahme an – die kleine quakende Stimme, dann überkommt mich ein seltsames Gefühl von Wehmut, ein Gefühl welches ich damals oft hatte.

Die Erwachsenen schienen so weit entfernt zu sein, sie hatten keine Zeit in ihrem turbulenten Alltag innezuhalten.

Heute bemerke ich wie mir selbst oft die Zeit fehlt, Sorgen treiben einen um, wichtige Arbeiten sind noch zu erledigen und sch*** ja, manchmal habe ich eben einfach die Nase voll und will nichts mehr hören.

Und so kann ich nur versuchen mir Zeit zu nehmen, zu beobachten, aufmerksam zu sein. Ich möchte sehen, wie sie kleine Handwerker, Straßenbauer, Reporter, Schauspieler … sind.

Sie sind nur Kinder und doch so viel mehr.

„Die Maske des Erwachsenen  heißt Erfahrung.“ 

Auf Augenhöhe, wertschätzend, weltoffen und aufklärerisch.

W. Benjamin

Walter hält die Hand seines Bruders für ein Familienfoto.

Kinder, wenn sie sich Geschichten ausdenken, sind Regisseure, die sich vom ›Sinn‹ nicht zensieren lassen. (Walter Benjamin)

Wer sich eine Weile mit den philosophischen Grundfragen der Erziehung beschäftigt, wird nicht lange brauchen um auf diesen großartigen Mann zu stoßen.  Geboren an einem Junitag im Jahre 1892. Er verbrachte eine schöne Kindheit, wenn auch gezeichnet von langen Krankheiten, in denen er sich intensiv mit seiner eigenen Gedankenwelt beschäftigte. In seinen späteren Jahren, als erwachsener Mann, war er befreundet und stand im Regen Austausch mit philosophischen Größen wie Adorno, Horkheimer, Hannah Arendt und vielen mehr.

Bertold Brecht war einer seiner engsten Freunde. Zwei Jahre nach der Uraufführung der Dreigroschenoper, arbeiteten die beiden, was fast schon in Vergessenheit geriet, gemeinsam für den Radiofunk. Kinder lagen ihnen sehr am Herzen und so gab es  Sendungen speziell für sie und ganz nach unserem Motto: Auf Augenhöhe, wertschätzend, weltoffen und aufklärerisch. Tonbandaufzeichnungen gibt es nicht mehr, jedoch, die Manuskripte blieben glücklicherweise erhalten.

Pei-Yu Chang schrieb und bebilderte für die Abschlussarbeit ihres Studiums ein wahrhaft grandioses Kinderbuch: „Der geheimnisvolle Koffer des Herrn Benjamin“ – Sie nimmt sich der wahren Geschichte an, stets einfühlsam und in ruhigen Worten beschreibt sie die Flucht und  Walter Benjamins geheimnisvolles „Verschwinden“. Nur was in seinem Koffer drin war? Das würden wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten.

Angulus Novus Walter Benjamin

Der Angelus novus, Künstler Paul Klee, war das Lieblingsbild Benjamins. Die zum Fliegen ausgebreiteten Flügel und das wilde Haar, sich nicht in Rollen pressen zu lassen wurde zu einem Leitmotiv seines Lebens. T. Adorno über W. Benjamin: „Ein glückloser Engel

Mein Hut, der hat drei Ecken…

Unser Ziel ist ja bereits aus unserem ersten Post bekannt: Wir möchten einen Podcast gestalten – oder eher gestalten lassen –  und zwar einen ganz besonderen.

Kindermund Podcast – der von Kindern für Kinder.

Wir, die laaaangweiiiiligen Großen, wir haben ja eh keine Ahnung was die kleinen Leute so interessiert. Klar, Wissen wir…  Und genau deshalb, damit es ihr eigenes und einzigartiges Projekt wird, wissen wir auch noch gar nicht um welche Themen und Inhalte es gehen wird. Ich für meinen Teil, bin schon seeeeeehr gespannt.

3….2…..1….. Aaaaaachtuuuung! Methodenkonfetti!

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Aber natürlich sind wir Großen auch ein klein wenig beteiligt, aber psssst! Nicht weiter verraten. Da wartet eine Menge Arbeit auf uns: Zuerst einmal natürlich heiße Schokolade kochen und genügend bunte Nervennahrung bereitstellen, damit die erste Redaktionssitzung auch nicht zu stressig wird. Die MEGAPlanwand, Zauberstifte und all das lustige kunterbunte Papier zum Ideensammeln stehen schon bereit und warten nur noch auf ein paar schlaue Köpfe.

Kreativität: der natürliche Feind der Langeweile. Nichts fürchtet sie mehr. (P. Rudl)

Und mit Spaß funktioniert das besonders gut, aber wie funktioniert das noch mal mit dem Sich gegenseitig zuhören? Hmmm… Dafür, klar, dafür haben die Großen auch eine tolle Idee in Petto. Aus einer großen Zeitung werden wir einen Hut basteln und bunt bemalen. Warum? Na ist doch klar:

Das Kind, welches den Zauberhut trägt, muss erst mal ganz genau zuhören (nachdenken) und dann, wenn es weiß was der Hut gesprochen hat, darf es das Lieblingsthema nennen und gibt daraufhin den Zauberhut weiter. Alle nachfolgenden Hutträger*innen dürfen etwas dazu sagen. Wenn er wieder beim ersten Kind angekommen ist dürfen alle ihre Ideen auf das bunte Papier schreiben und auf die MEGAPlanwand heften.

Dann geht’s in die nächste Runde. Der Zauberhut bleibt so lange auf Wanderschaft, bis jedes der Kleinen die Möglichkeit hatte ein Thema beizutragen. Na, ganz einfach oder?

Wir beten, dass es klappt – ohne Tränen und Streitereien – hoffentlich mit viel Spaß und lautem Lachen.

Drückt uns die Daumen!

Eure Großen vom Kindermund Podcast

 

Kinder werden nicht erst Menschen – Sie sind schon welche.

Kinder sind kleine sich entfaltende Persönlichkeiten und wir wollen ihnen eine Grundlage bieten sich selbst zu verwirklichen. Kinder sind offen und kontaktfreudig, sie haben ein positives Menschenbild. Sie spielen, lernen, kommunizieren und sie verstehen ihre Umgebung oftmals besser als Erwachsene denken.

Ihr Lieben, zuerst einmal möchten wir euch unser neuestes und auch erstes Projekt vorstellen. Und zwar planen wir gerade einen Podcast zu gestalten: von Kindern – für Kinder. 

Der Leitgedanke dieses Projekts ist:

Kinder werden nicht erst Menschen – Sie sind schon welche.

Was wir damit erreichen möchten ist denkbar einfach. Wir wollen ein Statement setzen, welches die Freiheit, Eigenverantwortlichkeit und Handlungsbereitschaft der Kleinsten in unserer Gesellschaft unterstreicht. 

Durch Aufmerksamkeit, Anerkennung und natürlich Aufrichtigkeit möchten wir sie in ihrem Ichsein bestätigen und ihr positives Menschenbild stärken. Wir sind überzeugt davon, dass dieses Vertrauen, welches wir ihnen entgegenbringen, belohnt werden wird.

Kinder sind kleine sich entfaltende Persönlichkeiten und wir wollen ihnen eine Grundlage bieten sich selbst zu verwirklichen. Kinder sind offen und kontaktfreudig, sie haben ein positives Menschenbild. Sie spielen, lernen, kommunizieren und sie verstehen ihre Umgebung oftmals besser als Erwachsene denken.

Kinder sind kreativ. Kreativität und Intelligenz entwickeln sich, indem man sie bewusst einsetzt. Wir wollen deshalb versuchen ihnen ein Höchstmaß an Freiheit und Eigenverantwortlichkeit  zu übertragen. Wir wünschen uns, dass sie ein Bewusstsein entwickeln über ihre vielfältigen Handlungsmöglichkeiten und dass sie somit selbst aktiv gestaltend Einfluss auf ihre Umwelt nehmen können.